Führen mit Ziel


Effiziente Mitarbeiterführung durch Zielvereinbarungen

Wie gelingt es, den Leistungswillen der Mitarbeiter in die richtigen Bahnen zu lenken und zum Erfolg zu führen? Führungskräfte stehen hier vor einer Aufgabe, die neben Sachkompetenz vor allem viel Selbst- und Sozialkompetenz erfordert. Unter dem Motto „Führen mit Ziel“ stellten die Referenten, der Dozent und Sportpsychologe Prof. Dr. Jan Mayer und Herrn Christian Leber, Geschäftsführer der Concens Personalberatung am 16. November 2006 praxiserprobte Methoden und Techniken zur effizienten Mitarbeiterführung durch Zielvereinbarungen vor. Vor mehr als fünfzig Teilnehmern aus Unternehmen der Region Nordbaden erläuterten die beiden Berater und Coaches in der Waldseehalle in Forst erfolgreiche Praxisbeispiele aus Sport und Wirtschaft und diskutierten diese mit den Teilnehmern auch anhand  von Erfahrungsberichten von Führungskräften aus der Region.

Wunsch oder Wille

Ausgangspunkt einer jeden Motivation ist das Ziel. Ob und in welcher Weise das Ziel erreicht wird, hängt stark davon ab, ob es realistisch gesetzt ist und ob es mit den tatsächlichen Neigungen und Überzeugungen der Person übereinstimmt. Wunsch oder Wille – hier zeigt sich, ob eine Zielvereinbarung erfolgreich sein wird: Der Wunsch reicht nicht aus, allein der Wille führt auch zur Handlung, die die gewünschte Folge, nämlich die Zielerreichung mit sich bringt. Denn Höchstleistungen seien nur machbar, so Prof. Mayer, wenn die Tätigkeit – also die Sache an sich – und der Zweck (wie Geld, Ansehen, Spaß ...) gleichermaßen erfüllend sind. Die Referenten gaben anhand von Praxisbeispielen und  Checklisten Tipps, wie eine Führungskraft die Herausforderung einer Erfolg versprechenden Zielvereinbarung meistern kann.

Die Performance ist wichtig

Laut Verhaltensforschung hat jeder Mensch den Wunsch, etwas zu leisten. Doch Leistung ist relativ und wird an Erwartungshaltungen gemessen. Die Führungskraft muss daher die Erwartungen der Unternehmensleitung erklären und gemeinsam mit dem Mitarbeiter festlegen, welche Ziele erreicht werden sollen. Daraus ergeben sich genau die herausfordernden Aufgaben, die für den Mitarbeiter Sinn machen und mit denen er sich folglich identifizieren kann. Das beflügelt und ebnet den Weg zu zielgerichteter Leistung. Die ureigenste Aufgabe einer Führungskraft ist also, den Mitarbeiter herauszufordern: klare Forderungen zu stellen, tragfähige, weil konsensorientierte Vereinbarungen zu treffen und diese regelmäßig zu kontrollieren und vor allem zu kommentieren. Das „wie“, die Performance ist wichtig: funktionierende Strukturen und Kommunikationsprozesse sind notwendig, die dieses Prinzip der Leistung und Gegenleistung unterstützen. Prof. Mayer nannte in diesem Zusammenhang beispielsweise das Schaffen einer „Zuhöratmosphäre“.

Wege aus dem Motivationstief

Nicht immer läuft alles nach Plan. Die Referenten zeigten Techniken, wie Führungskräfte Ursachen von Leistungstiefs erkennen und erfolgreich damit umgehen können. Wichtig ist dabei, wiederkehrende Verhaltens- und Denkmuster bei sich, aber auch bei Mitarbeitern zu identifizieren und zu verstehen, um ihnen produktiv und lösungsorientiert begegnen zu können. Bewährt haben sich nicht nur im Sport unter anderen Inner Talk, Visualisierungs- oder Entspannungstechniken.  

Diskutiert wurde auch, ob und inwieweit Mitarbeiter mit eher monotonen Aufgaben zu Höchstleistungen motiviert werden können. Bemerkenswert war die Erkenntnis, dass selbst solche, eher schwierig zu motivierenden Mitarbeiter in einen „Flow“ kommen können. Voraussetzung für das „Aufgehen“ in einer Tätigkeit ist, dass Anforderung, Fähigkeit und Zielvereinbarung zusammen passen. Solche Mitarbeiter haben das Gefühl „Ich bin wichtig“ und werden ernst genommen und Und hier schließt sich der Kreis: Eine gute Führungskraft macht genau das.