Im Lebenslauf müssen Name, Kontaktdaten, beruflicher Werdegang und Ausbildung stehen. Persönliche Angaben wie Familienstand oder Foto sind optional. Deine Bewerbung wirkt durch vollständige, aber rechtskonforme Angaben professioneller und erhöht die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.
Welche persönlichen Daten sind im Lebenslauf wirklich Pflicht?
Rechtlich verpflichtend sind nur Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Diese Kontaktdaten ermöglichen es Arbeitgebern, dich für ein Vorstellungsgespräch zu erreichen. Alle anderen persönlichen Angaben sind freiwillig und können in der Bewerbung weggelassen werden.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt Bewerber vor Diskriminierung. Arbeitgeber dürfen daher nicht nach Familienstand, Religion, politischer Gesinnung oder Schwangerschaft fragen. Ein Bewerbungsfoto ist seit 2006 nicht mehr erforderlich, auch wenn es in Deutschland noch häufig verwendet wird.
Geburtsdatum und Geburtsort sind ebenfalls optional. Viele Personalexperten empfehlen, das Geburtsdatum wegzulassen, um Altersdiskriminierung zu vermeiden. Die Staatsangehörigkeit musst du nur angeben, wenn sie für die Position relevant ist, beispielsweise wenn eine Arbeitserlaubnis erforderlich ist.
Bei der Entscheidung für oder gegen optionale Angaben solltest du abwägen: Bringen diese Informationen einen Vorteil für deine Bewerbung, oder könnten sie zu unbewussten Vorurteilen führen? Im Zweifelsfall konzentrierst du dich auf die beruflich relevanten Qualifikationen.
Was gehört zum beruflichen Werdegang und zur Ausbildung in den CV?
Berufserfahrung, Ausbildung und Studium bilden das Herzstück jedes Lebenslaufs. Liste diese Stationen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf, beginnend mit der aktuellsten Position. Gib jeweils Zeitraum, Arbeitgeber, Position und wichtige Tätigkeiten an.
Bei der Berufserfahrung nennst du Unternehmen, deine Position und den Zeitraum in Monaten und Jahren (z. B. „03/2020–12/2022″). Beschreibe deine wichtigsten Aufgaben und Erfolge in zwei bis drei Stichpunkten. Vermeide dabei zu detaillierte Beschreibungen, die den Lebenslauf überladen.
Für Ausbildung und Studium gibst du die Bildungseinrichtung, den Abschluss und bei guten Noten auch die Abschlussnote an. Bei mehr als fünf Jahren Berufserfahrung kannst du Schulabschlüsse verkürzt darstellen. Weiterbildungen und Zertifikate gehören in einen separaten Bereich oder unter die jeweilige Berufsstation.
Lücken im Lebenslauf solltest du ehrlich erklären. Arbeitslosigkeit, Elternzeit, Krankheit oder Weiterbildung sind nachvollziehbare Gründe. Verschweige keine längeren Zeiträume, da diese bei der Bewerbung ohnehin auffallen würden. Nutze Lücken positiv, indem du erworbene Fähigkeiten oder deine persönliche Entwicklung hervorhebst.
Welche Qualifikationen und Fähigkeiten müssen im Lebenslauf stehen?
Sprachkenntnisse, EDV-Kenntnisse und fachliche Qualifikationen solltest du präzise und ehrlich bewerten. Verwende einheitliche Bewertungsskalen wie „Grundkenntnisse“, „gute Kenntnisse“ oder „sehr gute Kenntnisse“ oder den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (A1–C2).
Bei Sprachkenntnissen unterscheidest du zwischen Muttersprache, verhandlungssicher, fließend und Grundkenntnissen. Gib bei Fremdsprachen auch an, wo du diese erworben hast – durch Auslandsaufenthalte, Kurse oder im Beruf. Übertreibe nicht, da Sprachkenntnisse oft im Vorstellungsgespräch geprüft werden.
EDV-Kenntnisse listest du programmspezifisch auf. Nenne konkrete Programme wie „Microsoft Office (Word, Excel, PowerPoint)“, „Adobe Creative Suite“ oder Programmiersprachen. Vermeide vage Angaben wie „gute PC-Kenntnisse“. Bei IT-Berufen kannst du auch Versionsangaben und Erfahrungsjahre ergänzen.
Zertifikate und Nachweise erwähnst du mit Ausstellungsdatum und ausstellender Institution. Besonders bei IT-Zertifikaten, Sprachdiplomen oder Branchenzertifikaten kann dies deine Bewerbung deutlich stärken. Führerscheine gehören nur in den Lebenslauf, wenn sie beruflich relevant sind oder explizit gefordert werden.
Wie sollten Hobbys und zusätzliche Angaben im Lebenslauf behandelt werden?
Hobbys und persönliche Interessen sind optional und sollten nur aufgeführt werden, wenn sie einen Bezug zur angestrebten Position haben oder positive Charaktereigenschaften unterstreichen. Teamfähigkeit, Führungsqualitäten oder Durchhaltevermögen lassen sich durch passende Hobbys verdeutlichen.
Ehrenamtliche Tätigkeiten wirken sich meist positiv auf deine Bewerbung aus. Sie zeigen gesellschaftliches Engagement, Verantwortungsbewusstsein und oft auch zusätzliche Fähigkeiten. Erwähne konkret deine Rolle und Aufgaben, beispielsweise „Jugendtrainer im Fußballverein“ oder „Kassenwart im Tierheim“.
Vermeide kontroverse oder sehr private Hobbys. Politik, Religion oder extreme Sportarten können unbewusste Vorurteile auslösen. Passive Tätigkeiten wie „Fernsehen“ oder „Lesen“ bringen keinen Mehrwert. Konzentriere dich auf Aktivitäten, die Soft Skills oder beruflich relevante Eigenschaften demonstrieren.
Bei Berufseinsteigern können Hobbys wichtiger sein, da wenig Berufserfahrung vorliegt. Praktika, Nebenjobs oder Vereinstätigkeiten können fehlende Berufserfahrung teilweise kompensieren. Mit zunehmender Berufserfahrung verlieren Hobbys an Bedeutung und können gekürzt oder ganz weggelassen werden.
Ein vollständiger Lebenslauf für deine Bewerbung zeigt deine Qualifikationen strukturiert und professionell. Konzentriere dich auf die wesentlichen Informationen, die für die gewünschte Position relevant sind. Ehrlichkeit und Übersichtlichkeit sind dabei wichtiger als Vollständigkeit um jeden Preis. Passe deinen Lebenslauf an jede Bewerbung an und hebe die jeweils passenden Qualifikationen hervor. Weitere hilfreiche Tipps findest du in unserem Job Ratgeber für Bewerber.